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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:kobv:517-opus-37947
URL: http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2009/3794/


Kupetz, Maxi

Die multimodale Darstellung von Mitleid in Erzählaktivitäten

The multimodal display of sympathy in storytellings

pdf-Format:
Dokument 1.pdf (1.999 KB) (SHA-1:59ff152c8be1ca48c53542c615959888a8484ae1)


Kurzfassung auf Deutsch

In dieser konversationsanalytisch-interaktionslinguistischen Arbeit werden verbale, para-verbale und nonverbale Ressourcen zur Darstellung des Affekts Mitleid im Rahmen der sozialen Aktivität Erzählung untersucht. Grundlage der Analyse sind Video- und Audiodaten deutscher Gespräche.
Es wird einerseits aufgezeigt, welche Ressourcen von Erzählerinnen eingesetzt werden, um affektive Reaktionen relevant zu machen (z.B. Blickverhalten, Augenbrauenbewegungen, rhetorische Mittel), andererseits wird beschrieben, welche spezifischen Ressourcen zur Darstellung von Mitleid eingesetzt werden (z.B. Interjektionen mit spezifischen Tonhöhenverläufen, „arme/r/s + S“-Konstruktionen, Handbewegungen). Es wird zudem demonstriert, dass es sich bei der Darstellung von Mitleid um ein interaktiv hergestelltes, soziales Phänomen handelt.
Anhand des metakommunikativen Wissens der Sprecher, das sprachlich relevant gemacht wird und somit für die Analyse zugänglich ist, kann eine grundlegende soziale Regel zur Darstellung von Mitleid herausgearbeitet werden: Voraussetzung für Mitleid bzw. seine Darstellung ist eine spezifische Qualität der sozialen Beziehung zu der ‚consequential figure‘ (Maynard 1997). Nur wenn diese vorhanden ist bzw. interaktiv hergestellt wird, kann eine Mitleidsdarstellung in einer Erzählung über problematische Themen relevant gemacht werden und der lokalen Herstellung von sozialer Nähe zwischen den Gesprächsteilnehmern dienen.

Kurzfassung auf Englisch

The thesis explores the verbal, para-verbal and nonverbal resources which speakers deploy in everyday conversation to display sympathy in the course of the social activity storytelling. The analysis draws upon Conversation Analysis and Interactional Linguistics and is based on video and audio data of German talk-in-interaction.
It will be shown which resources can be used by storytellers to make affective reactions relevant (e.g. gaze, eye brow movements, rhetorical devices) and which resources are deployed by recipients to display sympathy (e.g. interjections with specific pitch contours, ‘poor+N’-constructions, hand gestures). It will also be demonstrated how participants manage the transition from problematic phases of storytelling to subsequent talk, e.g. by contextualizing it as more humorous.
Furthermore, participants provide access to their meta-communicative knowledge of when and how to display sympathy appropriately by making it linguistically relevant in the interaction. Thus, from these observations, it is possible to assume certain feeling and/or display rules for this specific kind of emotive involvement. The overall findings of this study are that a) it seems that a specific quality of the relationship to the ‘consequential figure’ (Maynard 1997) is a prerequisite for displaying sympathy, and b) social closeness may be created locally within the interaction through the affect display.

Freie Schlagwörter (deutsch): Konversationsanalyse , Interaktionale Linguistik , Affektivität , Emotion , Erzählung
Freie Schlagwörter (englisch): Conversation Analysis , Interactional Linguistics , Affectivity , Emotion , Storytelling
RVK - Regensburger Verbundklassifikation ER 990
Institut: Institut für Germanistik
DDC-Sachgruppe: Sprachwissenschaft, Linguistik
Dokumentart: Masterarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 06.11.2009
Bemerkung: Tag der mündlichen Prüfung: 01.09.2009
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