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URN: urn:nbn:de:kobv:517-opus-49387
URL: http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2011/4938/



Weitere Beteiligte (Hrsg. etc.): Denz, Rebekka (Hrsg.) , Jurewicz, Grażyna (Hrsg.)

PaRDeS : Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien e.V. [17 (2011)] = Ghetto : Räume und Grenzen im Judentum

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Kurzfassung in Deutsch

Unter Rekurs auf zwei historische Erscheinungsformen des Ghettos – auf jüdische Wohnviertel der Frühen Neuzeit und nationalsozialistische Ghettos – wurde der Begriff ‚Ghetto’ zum Symbol von Joch und Verfolgung stilisiert. Diese Sprachpraxis etablierte eine einseitige Forschungsperspektive, die sich ihrem Gegenstand aus dem Täter-Opfer-Paradigma heraus näherte. In der jüngsten Zeit unternahm man jedoch Versuche, diese Perspektive zu brechen, indem man das Ghetto-Phänomen anhand solcher Untersuchungskategorien wie ‚Lebenswelt’, ‚Erfahrung’ und ‚Konstruktion von Raum’ sowie ‚Ambivalenz von Raum und Grenze’ befragte.
Das stetig wachsende Interesse an begrifflicher Reflexion über den Sprachkörper ‚Ghetto’ und an den von ihm bezeichneten historischen Phänomenen samt ihren Widerspiegelungen in der Literatur und bildenden Künsten ist ein starkes Indiz für einen Wandel der Sehgewohnheiten innerhalb der Forschung. In Folge der vorgenommenen Differenzierungen entwickeln sich neue Fragestellungen und Ansätze, die die Reduktion der Wissenschaft von der jüdischen Geschichte und Kultur auf die Kategorien von ‚Unterdrückung’ und ‚Verfolgung’ zu überwinden erlauben. Mit dem vorliegenden Heft möchten wir einen Beitrag zu diesem Fachgespräch leisten.
Die hier abgedruckten Beiträge lassen sich in zwei Kategorien unterteilen. Zum einen sind es explizite Befragungen des Ghetto-Begriffs im Dienste wissenschaftsgeschichtlicher Reflexionen oder neuer Verfahren zur Erforschung historischer Erscheinungsformen des Ghettos. Hierzu gehören die Artikel von Kristiane Gerhardt, Svenja Bethke und Hanna Schmidt Holländer sowie Birgitt Wagner. In ihren historiographiegeschichtlich bzw. methodologisch orientierten Erörterungen zeigen die Autorinnen die normative Dimension und die daraus resultierende semantische Wandelbarkeit des Ghetto-Begriffs samt ihren Konsequenzen für die Forschungspraxis. In die zweite Kategorie lassen sich wiederum phänomenologisch interessierte Untersuchungen einreihen, die entweder geschichtliche Fallstudien oder Betrachtungen literarischer Repräsentationen des Themas sind. Hierzu gehören die Beiträge von Luca Baraldi, Stratos N. Dordanas und Vaios Kalogrias, Tanja Kinzel, Francisca Solomon und Elvira Grözinger.

Kurzfassung in Englisch

Under recourse of two historical forms of ‘ghetto’ – a Jewish quarter in the Early Modern Era and the National Socialist ghetto – the term ‘ghetto’ became stylised as a symbol of yoke and persecution. Through everyday language this established itself as a one sided research perspective, which has the purpose of using the perpetrator-victim-paradigm. Recently people have tried to break this perspective, by analysing the ghetto phenomenon with the use of research categories, for example, ‘living environment’, ‘experience’, ‘construction and area’ as well as ‘ambivalence to the area and border’.
The continuing interest in the conceptual reflection of the word ‘ghetto’, including its historical phenomenon together with its reflection in literature and the educational arts, is a strong indication of a change in the viewing habits within this field of research. Following the conducted differentiation, new questions and approaches developed which allowed one to overcome the reduction of this academic field from Jewish history and culture into the category of ‘oppression’ and ‘persecution’. By using this periodical we would like to contribute to this field of expertise.
The articles, which are printed here, can be divided into two categories. Firstly there are explicit questions regarding the concept of the ghetto relating to academic historical reflections or new procedures into the research of the historical manifestation of the ghetto. The articles from Kristiane Gerhardt, Svenja Bethke and Hanna Schmidt Holländer as well as Birgitt Wagner belong to this group. In their historiography, or rather methodological orientated discussions, the authors show the normative dimension and the resulting semantic change of the ‘ghetto’ concept together with their consequences in the field of research. In the second category, on the other hand, the phenomenological interested research can be indexed as either historical case studies or observations of literary representations of the topics. The articles from Luca Baraldi, Stratos N. Dordanas and Vaios Kalogrias, Tanja Kinzel, Francisca Solomon and Elvira Grözinger belong to this group.

RVK - Regensburger Verbundklassifikation: BD 1680
Collection: Universität Potsdam / Zeitschriften / PaRDeS : Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien e.V., ISSN 1862-7684
Institut 1: Vereinigung für Jüdische Studien e. V.
Institut 2: Institut für Jüdische Studien/Jewish Studies
DDC-Sachgruppe: Religion, Religionsphilosophie
Sonstige beteiligte Institution: Vereinigung für Jüdische Studien e.V.
Dokumentart: b Journal (Komplette Ausgabe eines Zeitschriftenheftes)
Schriftenreihe: PaRDeS : Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien e.V., ISSN 1862-7684
Bandnummer: 17
Sprache: Mehrsprachig
Erstellungsjahr: 2011
Publikationsdatum: 21.07.2011
Bemerkung:
Die als Dokument im html-Format eingestellte Version ist eine barrierefreie, für das Lesen auf eBook-Readern optimierte Fassung der Publikation.
In Printform erschienen im Universitätsverlag Potsdam:

Ghetto : Räume und Grenzen im Judentum / hrsg. von Rebekka Denz und Grazyna Jurewicz. - Potsdam : Universitätsverlag Potsdam, 2011. - 318 S. : Ill.
(PaRDeS : Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien e.V. ; 17)
ISSN (print) 1614-6492
ISSN (online) 1862-7684
ISBN 978-3-86956-132-5
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