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URN: urn:nbn:de:kobv:517-opus-34650
URL: http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2009/3465/


Kortum, Gerhard

Humboldt der Seefahrer und sein Marinechronometer : ein Beitrag zur Geschichte der Nautik und Meereskunde

Humboldt the navigator and his chronometer : a contribution to the history of navigation and oceanography

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Kurzfassung in Deutsch

Kurz vor seiner Abreise nach Südamerika erwarb HUMBOLDT zur Ergänzung seiner Instrumentenausrüstung ein ganz besonderes Präzisions-Taschenchronometer, gefertigt von dem berühmten Schweizer Uhrmacher Louis BERTHOUD (1753-1813) mit der Fertigungsnummer 27. Dieser Zeitmesser ging, wie HUMBOLDT durch astronomische Vergleichsmessungen in Frankreich und Spanien auf der Anreise zum Einschiffungshafen La Corunna 1799 feststellte, außerordentlich genau. HUMBOLDTs Längenbestimmungen mit Hilfe dieses "time-keepers" auf der Atlantik-Überfahrt und sonstigen Seefahrten waren deshalb immer besser als die der Nautiker. Er konnte dadurch exakte Beschreibungen der Meeresströmungen machen und durch Vergleich mit der Schiffsversetzung durch diese konkrete Angaben zu deren Richtung und Stärke berechnen. Zudem brauchte er die BERTHOUD-Uhr für zahlreiche astronomische Ortsbestimmungen, geodätische Messungen auf Land. Die Uhr gehörte vorher dem bekannten französischen Seefahrer, Mathematiker und Geodäten Jean Louis BORDA (1733-1799), mit dem HUMBOLDT 1798 kurz vor dessen Tod in Paris wissenschaftlichen und instrumentenkundlichen Austausch pflegte. Aus zahlreichen Abschnitten der Reisebeschreibung und Hinweisen in Briefen und anderen Werken geht hervor, daß HUMBOLDT gerade an diesem Zeitmesser, neben Thermometer und Barometer sein drittes Basisinstrument, wegen der Vorgeschichte der Uhr, ihrer Zuverlässigkeit und Nützlichkeit für alle seine wissenschaftlichen Arbeiten geradezu liebevoll gehangen hat. Leider ist dieser Chronometer nicht mehr vorhanden, sein Aussehen und ihre Funktionsweise läßt sich aber aus HUMBOLDTs eigenen Beschreibungen und der horologischen Literatur erschließen.

Kurzfassung in Englisch

HUMBOLDT acquired a remarkable precision time-keeper instrument shortly before he left Paris for his Journey to the Neotropics (1799-1804). This chronometer was made by the famous Swiss-French watchmaker Louis BERTHOUD (1753-1813) with the series number 27. It had belonged to "the celebrated BORDA", as HUMBOLDT stated in his "Personal Narrative". Jean Louis BORDA (1733-1799) was a 18th century French navigator, mathematician and cartographer, who invented or improved a number of geomagnetic instruments. HUMBOLDT used this pocket chronometer for his routine astronomic and geomagnetic observations and to fix the longitude of his position while on board a vessel in the Atlantic and Pacific Ocean. Until John "Timekeeper" HARRISON developed his famous "H 4" chronometer in 1773, a strategic invention for a maritime power as Great Britain, the longitude was a major navigational problem. HUMBOLDT, who confessed that he had a "peculiar predelication for the sea", developed great nautical skills, and his findings were much better than those of the pilots. Furthermore he used the chronometer to observe and calculate ocean currents and to improve the geographical coordinates and thus the maps for many places in Latin America. So, beside his thermometer and barometer, the chronometer certainly was a very basic instrument in the state-of-the-art collection of scientific equipment he bought before leaving Europe.

Collection: Universität Potsdam / Zeitschriften / HiN : Alexander von Humboldt im Netz ; International Review for Humboldtian Studies, ISSN 1617-5239 / HiN II, 3 (2001)
Institut: Institut für Romanistik
DDC-Sachgruppe: Allgemeines, Wissenschaft
Dokumentart: c Postprint
Quelle: HiN : Alexander von Humboldt im Netz, II (2001) 3
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2001
Publikationsdatum: 28.08.2009
Bemerkung: The original publication is available at
http://www.hin-online.de
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