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Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:kobv:517-opus-34300
URL: http://opus.kobv.de/ubp/volltexte/2009/3430/


Krahé, Barbara ; Kundrotas, Silvia

Glaubwürdigkeitsbeurteilung bei Vergewaltigungsanzeigen : ein aussagenanalytisches Feldexperiment

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Dokument 1.pdf (6.048 KB) (SHA-1:2d5d22a6601d542c003313d66b7306b72d7aed75)


Kurzfassung in Deutsch

Die Studie untersucht die Frage, ob sich anhand eines bereits bei kindlichen Zeugenaussagen bewährten Katalogs von Glaubhaftigkeitskriterien zwischen wahren und falschen Vergewaltigungsanzeigen unterscheiden läßt. Das Fallmaterial bestand aus dreißig authentischen Vernehmungsprotokollen, von denen je die Hälfte eingestandene Falschaussagen bzw. anhand von Tätergeständnissen oder Indizien als wahr klassifizierte Aussagen waren. Erfahrene Polizeibeamte aus dem Bereich Sexualstraftaten (N = 30) beurteilten diese Fälle anhand des Kriterienkatalogs von Steiler und Köhnken (1989) und gaben ein abschließendes Urteil über die Glaubwürdigkeit jedes Falles ab. Eine zweite Gruppe von Polizeibeamten (N=22) beurteilte die Fälle ohne Rückgriff auf Realkennzeichen als wahr bzw, falsch. Die diskriminanzanalytische Auswertung der Ergebnisse zeigt, daß der Kriterienkatalog insgesamt gut dazu geeignet ist, zwischen wahren und falschen Vergewaltigungsanzeigen zu differenzieren. Die Ergebnisse der schrittweisen Diskriminanzanalyse zeigen darüber hinaus, welche Glaubhaftigkeitskriterien im einzelnen einen signifikanten Beitrag zur Trennung zwischen Wahr- und Falschaussagen leisten. Der höhere Prozentsatz korrekter Klassifikationen in der Gruppe, die die Realkennzeichen verwendete, erreichte allerdings nur knapp statistische Signifikanz. Insgesamt stützt die vorliegende Studie die Grundannahme der Aussagenanalyse, daß die Analyse der sprachlichen Merkmale einer Aussage einen wesentlichen Beitrag zur Beurteilung des Wahrheitsgehalts einer Anzeige leisten kann.

Kurzfassung in Englisch

This study explores the issue of whether allegations of rape can be correctly identified as true or false on the basis of a set of content criteria used successfully in previous studies with respect to children's accounts of sexual abuse. A sample of 30 authentic protocols of police interrogations of women reporting rape were selected for the study. Fifteen cases were classified as false accounts because the complainants eventually confessed to having fabricated their allegations. The remaining cases were classified as true rapes on the basis of medical and other corroborating evidence. A group of experienced police officers (N = 30) judged these cases in terms of their credibility on the basis of the 19 content criteria suggested by Steller & Köhnken (1989) and gave an overall judgment of the true vs. false nature of each statement. A second group of police officers (N= 22) judged the credibility of the statements without reference to these criteria. The findings from a series of discriminant function analyses showed that the set of criteria as a whole is successful in distinguishing between true and false rape allegations. The results of the stepwise discriminant function analyses reveal which criteria in particular contribute to the correct identification of true and false cases. However, the higher percentage of correct classifications in the group using the content criteria was only marginally significant compared to the second group judging the cases without reference to the criteria. Altogerher, the findings of this study support the basic tenet of statement analysis that the linguistic features of a staternent contain essential clues for assessing its credibility.

Institut: Institut für Psychologie
DDC-Sachgruppe: Psychologie
Dokumentart: c Postprint
Schriftenreihe: Postprints der Universität Potsdam : Humanwissenschaftliche Reihe, ISSN 1866-8364
Bandnummer: paper 077
Quelle: Zeitschrift für experimentelle und angewandte Psychologie, 39 (1992) 4, S. 598-620
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 1992
Publikationsdatum: 13.08.2009
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