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125 Jahre Technische Universität Berlin

[TU Berlin]

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István Szabó (1906-1980) István Szabó (1906-1980)

Die Geschichte der Wissenschaft sei die Wissenschaft selbst, heißt es. Zwar möchte nicht jeder zustimmen, doch wenn sich jemand wie István Szabó sowohl als Wissenschaftler und als auch als Wissenschaftshistoriker auszeichnet, wählt er bemerkenswerter jene Worte aus Goethes Farbenlehre, um den Zweck und den Nutzen seiner geschichtlichen Forschungen zu begründen.

István Szabó wurde am 13. Dezember 1906 im ungarischen Orosháza geboren; nachdem er in Ungarn aufgewachsen war, ging er 1926 nach Berlin, um an der Technischen Hochschule Physik zu studieren; von 1930 bis 1933 arbeitete er im Forschungslabor der Firma Osram und beendete 1934 sein Studium als Diplom-Ingenieur. Anschließend war er zunächst wieder in der Industrie tätig und ab 1940 an der TH als Assistent des Mathematikers Werner Schmeidler, bei dem er 1943 zum Dr.-Ing. promovierte; 1946 wurde er Mitglied der Fakultät für Allgemeine Ingenieurwissenschaften, habilitierte sich 1947 für das Lehrgebiet Mathematik und wurde 1948 zum Professor der Mechanik berufen, welchen Lehrstuhl er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1975 innehatte.

Als Hochschullehrer genoss István Szabó einen glänzenden Ruf, denn er besaß in ungewöhnlichem Maße die Begabung, schwierigen Wissensstoff nicht nur zu selbst zu meistern, sondern diesen dann auch seinen Hörern verständlich darzulegen. Dank seiner hervorragenden mathematischen Kenntnisse brachte er alle Voraussetzungen mit, um die Mechanik frühzeitig auf ein neues mathematisches Niveau zu heben, welches sich schon bald als unverzichtbar erweisen sollte. Hierzu entwickelte und benutzte er mathematische Hilfsmittel, die bis dahin eigentlich als zu schwierig gegolten hatten, um sie Studenten der Ingenieurwissenschaften zuzumuten. Doch es bewahrheitete sich, dass der Mensch mit seinen Aufgaben wächst, denn István Szabó schreckte damit die Studenten keinesfalls ab; die Hörerzahlen belegen vielmehr, dass sie offensichtlich erfreut darüber waren, in der Mechanik auf einem hohen mathematischen Niveau ausgebildet zu werden. Seine didaktischen Fähigkeiten bewies István Szabó zudem in seinen Büchern über Technische Mechanik; hinsichtlich des Inhaltes ist der Einfluss des von István Szabó geschätzten Georg Hamel unverkennbar, sodass die Bücher den Untertitel Hamel für Ingenieure tragen könnten. Sie fanden weite Verbreitung nicht nur bei seinen Hörern und den Studenten der TU Berlin, sondern auch bei Studenten anderer Universitäten - und István Szabó wird weiterhin Leser finden, denn die Höhere Technische Mechanik ist erfreulicherweise jüngst als ein Klassiker der Technik neu aufgelegt worden.

Wie bei den anderen hier vorgestellten Personen aus dem mathematischen Bereich fällt auch bei István Szabó die Weite des Horizontes auf; so hat er sich - längst selbst ein Klassiker geworden - den Klassikern der Mechanik vor ihm zugewandt und eine Geschichte der mechanischen Prinzipien und ihrer wichtigsten Anwendungen geschrieben, welche sorgfältige Untersuchung durch gründliches und umfangreiches Studium der Originalquellen besticht. Hat man dieses Buch selbst so sorgfältig gelesen, wird sich ein weiterer von István Szabó gewählter Leitspruch bewahrheiten: "Ich habe die vorderste Linie rasch erreicht, weil ich die Meister und nicht ihre Schüler studiert habe."

Lit.: Einführung in die Technische Mechanik. 8. Auflage Berlin u. a. 1975. - Höhere Technische Mechanik. 5. Auflage Berlin u. a. 1977. - Geschichte der mechanischen Prinzipien und ihrer wichtigsten Anwendungen. Basel u. a. 1979.

[F. H.]


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Pressestelle | Impressum | 17.09.2004