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125 Jahre Technische Universität Berlin

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Heinrich Müller-Breslau (1851-1925) Heinrich Müller-Breslau (1851-1925)

Am 13. Mai 1851 wurde Heinrich Franz Bernhard Müllerin Breslau geboren. Nach dem Abitur 1869 und der Teilnahme am Krieg 1870/71 begann er 1871 sein Studium an der Berliner Gewerbeakademie. Nebenbei besuchte er Mathematikvorlesungen bei Elwin Bruno Christoffel (1829-1900) und Karl Weierstraß (1815-1897). Schon als Student bereitete er Kommilitonen von der Bauakademie in Statikrepetitorien auf das zweite Staatsexamen vor.

1875 eröffnete er ein Büro als Zivilingenieur in Berlin. Etwa um diese Zeit erweiterte er seinen Namen durch Anfügen seines Geburtsortes zu Müller-Breslau. Aus seiner Tätigkeit als Repetitor gingen 1875 sein erstes Lehrbuch "Elementares Handbuch der Festigkeitslehre" hervor und zwei Jahre später seine Beiträge über "Elastizität und Festigkeit" sowie "Baumechanik" im Ingenieurtaschenbuch "Hütte". 1883 wurde Müller-Breslau Dozent und 1885 Professor für Bauingenieurwesen an der TH Hannover. Er befasste sich mit der statischen Berechnung von eisernen Brücken, Fachwerken und statisch unbestimmten Tragwerken. Die Ergebnisse seiner Forschung fasste er in seiner zweibändigen "Graphischen Statik der Baukonstruktion" zusammen, deren erster Band 1887 und deren zweiter Band 1891 erschien. Damit wurde Müller-Breslau zum Vollender der klassischen Baustatik.

1888 übernahm Müller-Breslau die Professur für Statik der Baukonstruktionen und des Brückenbaus an der TH Berlin, als Nachfolger von Emil Winkler (1853-1888). Für die Studienjahre 1895/96 und 1910/11 wurde er zum Rektor der TH gewählt. 1901 wurde die "Versuchanstalt für Statik der Baukonstruktion" an der TH eingerichtet, an der Müller-Breslau umfangreiche Untersuchungen über den Erddruck durchführte.

Müller-Breslau blieb Zeit seines Lebens auch als praktischer Bauingenieur aktiv. In Hannover hatte er die Entwürfe für eine Straßenbrücke über die Ihme, eine Markthalle und den Glockenstuhl der Marienkirche angefertigt. Außerdem hatte er eine neue Konstruktion für den Bau großer Gasbehälter entwickelt und sich patentieren lassen. In Berlin wurde ihm 1897/98 die konstruktive Bearbeitung des Berliner Doms vom Fundament bis zu Kuppel übertragen, und er entwarf den Kaisersteg über die Spree bei Oberschöneweide.

Müller-Breslau befasste sich außerdem seit 1895 mit Luftfahrzeugen. Zunächst beriet er Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917) bei der Gestaltung des Tragwerks für dessen Luftschiffe. Während des ersten Weltkrieges war er Vorsitzender des Fachausschusses für Luftfahrt der Kaiser-Wilhelm-Stiftung für kriegstechnische Wissenschaften und Berater der Abteilung Luftfahrt des Kriegsministeriums. In dieser Zeit war er intensiv mit der Berechnung von Tragflächenholmen beschäftigt.

1901 wurde Müller-Breslau zum Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften gewählt, eine besondere Anerkennung, da sich die Akademie sonst weigerte, Techniker in ihre Reihen aufzunehmen. 1908 wurde er auswärtiges Mitglied der Schwedischen Akademie der Wissenschaften zu Stockholm. Die Ehrendoktorwürde verliehen ihm 1902 die TH Darmstadt und 1921 die TH Berlin. 1913 wurde er zum Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit ernannt. Müller-Breslau wurde 1921 emeritiert und verstarb am 23. April 1925 in Berlin-Grunewald.

Lit.: Gebhard Hees: Heinrich Müller-Breslau, Jahrbuch der VDI Gesellschaft Bautechnik 1991, S. 324-370

[J. Z.]


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Pressestelle | Impressum | 17.09.2004