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125 Jahre Technische Universität Berlin

[TU Berlin]

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Herta Hammerbacher (1900-1985) Herta Hammerbacher (1900-1985)

Herta Hammerbacher wurde am 2.12.1900 in Nürnberg geboren und wuchs in Berlin auf. Während der Gärtnerlehre 1917-19 in den Schlossgärten von Sanssouci lernte sie den Staudenzüchter Karl Foerster (1874-1970) kennen. Nach kurzer Berufspraxis am Bodensee, Studium an der Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Berlin-Dahlem 1924-26 und Tätigkeit in der Abteilung Gartengestaltung der Baumschule L. Späth in Berlin-Treptow schloss sie sich 1928 der Arbeitsgemeinschaft Karl Foerster und Hermann Mattern (1902-1971) an, die bis 1948 bestand. Mit Mattern war sie von 1928 bis 1935 verheiratet, das Paar hatte zwei Töchter.

Hammerbacher wollte den landschaftsgebundenen Garten verwirklichen. Ökologisches Bewusstsein und Umweltschonung bestimmten ihre Gestaltungsprinzipien schon zu einer Zeit, als diese längst noch nicht in der Öffentlichkeit anerkannt waren. Der Wohngarten war eines ihrer Ziele. Damit prägte sie maßgeblich den Stil der Freiraumgestaltung vor allem der Fünfziger- und Sechzigerjahre. Etwa 3500 von ihr allein oder gemeinschaftlich realisierte private und öffentliche Projekte bilden ihr umfangreiches Lebenswerk. Für Berlin seien Anlagen im Waldfriedhof Zehlendorf, in der Umgebung des ehemaligen Hilton-Hotels, im Hansaviertel-Nord, in der Otto-Suhr-Siedlung, auf dem TU-Nordgelände oder im Sommergarten am Funkturm genannt, manches davon längst wieder umgestaltet.

Schon früh kooperierte Hammerbacher mit namhaften Architekten, unter ihnen Hans Scharoun (1893-1972), der nach dem Krieg Baustadtrat war und sie 1946 der TU als Lehrbeauftragte für Landschafts- und Gartengestaltung empfahl. 1950 war sie dort a.o. und von 1962 bis 1969 o. Professorin. Als Landschaftsgestalterin und -planerin konnte sie dabei eine große Wirkung erzielen. Am Herzen lag ihr aber auch das Thema "Frau im Beruf", und von ihren Studentinnen verlangte sie nach ihrem Beispiel, sich auf ein Leben mit Familie und Beruf einzustellen.

Zusammen mit ihrer Tochter Merete Mattern engagierte sie sich nach der Emeritierung in der "Gesellschaft für Experimentelle und Angewandte Ökologie", einem interdisziplinären Gesprächs- und Arbeitskreis; gleichzeitig war sie Gründungsmitglied der Karl-Foerster-Stiftung für angewandte Vegetationskunde und pflegte das Erbe des Bornimer Kreises. Sie starb am 25.5.1985 in Niederpöcking bei Starnberg.

Herta Hammerbacher erfährt auch heute noch in Fachkreisen große Wertschätzung. Zu den zehn als Gartendenkmal unter Schutz gestellten Anlagen zählen die Außenanlagen des Architekturgebäudes der TU sowie acht meist in den Dreißigerjahren entstandene Hausgärten. Ihr Nachlass bildet die Basis eines DFG-geförderten Forschungsprojekts an der TU.

Lit: Beiträge zur Problematik zwischen Freiraum und Bauwerk, Festschrift Herta Hammerbacher... zum 75. Geburtstag, Berlin 1975; Reitsam, Charlotte: Herta Hammerbacher, in: Garten und Landschaft 108 (1998) H. 11, S. 38-41; Richard, Winfried: Herta Hammerbacher zum 100. Geburtstag, in: Architektur in Berlin: Jahrbuch 8 (2000), S. 158-161; Poblotzki, Ursula: Herta Hammerbacher - eigenwillig und erfolgreich, in: Garten und Landschaft 111 (2001) H. 3, S. 36-38; TU-Archiv.

[M. E.]


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Pressestelle | Impressum | 17.09.2004