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125 Jahre Technische Universität Berlin

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Robert von Halász (* 1905) Robert von Halász (* 1905)

Robert von Halász wurde am 24. Juli 1905 in Höxter an der Weser geboren. Er wuchs bis zum Ende des 1. Weltkrieges in Colmar auf, dann wurde die Familie aus dem Elsass ausgewiesen, da der Vater dort als deutscher Beamter tätig gewesen war. Die Familie zog nach Berlin, wo von Halász seine Abiturprüfung absolvierte. Von 1925 bis 1930 studierte er Bauingenieurwesen an der TH Berlin.

Da von Halász nach Abschluss seines Studiums keine Anstellung als Bauingenieur fand, übernahm er zunächst die Betriebsleitung und Geschäftsführung der Formsand- und Braunkohlegruben Petersburg. Von 1936 bis 1942 war er dann als Chefkonstrukteur und Leiter des Technischen Büros bei der Firma A. Plattner KG in Berlin angestellt. Hier war er für die Planung von Holzbauten aus serienmäßig vorgefertigten Bauelementen zuständig. Ab 1937 unterrichtete von Halász nebenamtlich als Dozent an der Ingenieurschule Berlin und war als Referent in der Reichsstelle für Baustatik tätig.

Aus seinen Erfahrungen mit dem Holzbau entwickelte von Halász die Idee, Hochbauten aus Stahlbetonfertigteilen zu errichten, und fand bei der Preußischen Bergwerks- und Hütten-AG (Preussag) potente Unterstützung. Die Preussag errichtete 1941 in Rüdersdorf ein Betonwerk, um die Serienfabrikation von Industriehallen aus Stahlbetonelementen aufzunehmen. Von Halász wurde von seinen Aufgaben bei der Reichsstelle für Baustatik freigestellt und zur Preussag abgeordnet - die Preussag war zur Hälfte im Staatsbesitz. 1943 wurde von Halász Chefingenieur und Leiter des Rüdersdorfer Betonwerks der Preussag. Nach umfangreichen Forschungsarbeiten theoretischer, konstruktiver, aber auch marktanalytischer Art realisierte er hier zum ersten Mal die serienmäßige Herstellung kompletter Industriehallen mit Kranbahn aus vorgefertigten Stahlbetonbauteilen, die ab Lager verkauft wurden.

1946 erhielt von Halász einen Lehrauftrag an der gerade gegründeten Technischen Universität Berlin, 1948 folgt der Ruf auf den Lehrstuhl für Baukonstruktion. Hier konnte er seine Ideen eines ganzheitlich technischen Bauentwurfs und einer Industrialisierung des Bauens an seine Studenten vermitteln. Er reformierte die Vorlesung über Baukonstruktion und führte die Bauphysik ins Studium ein, womit er die Ausbildung der Bauingenieure auf einen zeitgemäßen Stand brachte. Von Halász blieb jedoch weiterhin auch der Praxis verbunden. Seine Idee der Fertigbauweise aus Stahlbeton erreichte bald den Wohnungsbau, und er selbst leistete grundlegende Beiträge zur Entwicklung des Großtafelbaus. Auch auf dem Gebiet der Holzkonstruktionen hat er weitere richtungsweisende Arbeiten publiziert. Seine Erfahrungen im Ingenieurholzbau flossen in diverse Beiträge im "Holzbautaschenbuch" ein, das von Halász ab 1943 herausgab. Außerdem war er von 1954 bis 1974 Schriftleiter der Zeitschrift "Bautechnik".

Nach seiner Emeritierung 1973 gründete von Halász mit jüngeren Kollegen ein Ingenieurbüro in Berlin und gab seine vielfältigen Erfahrungen nun als Planer, Prüfingenieur und Gutachter weiter. Robert von Halász erhielt 1980 das Bundesverdienstkreuz und 1982 die Ehrendoktorwürde der Universität Dortmund verliehen.

Lit.: Klaus Stiglat: Robert von Halász, in ders. (Hg.): Sie bauen und forschen. Bauingenieure und ihr Werk (Beton- und Stahlbetonbau Spezial), Berlin 1999, S. 36-40

[J. Z.]


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Pressestelle | Impressum | 17.09.2004