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125 Jahre Technische Universität Berlin

[TU Berlin]

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Heinz Brauer (* 1923)Heinz Brauer (* 1923)

Heinz Brauer wurde am 28.12.1923 in Oldenburg geboren. Nach Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft studierte er 1949-1954 an der TU Hannover Maschinenbau. 1954-1959 am Max-Planck-Institut für Strömungsforschung in Göttingen tätig, wurde er 1956 an der TU Hannover zum Dr.-Ing. promoviert und habilitierte sich dort 1959 für Verfahrenstechnik. Ab 1960 war er Leiter der Wärmetechnik der Mannesmann AG in Duisburg.

1963 wurde Brauer auf den Lehrstuhl für Verfahrenstechnik an die TU Berlin berufen. Hier führte er die Mehrphasenströmung (also von Gemischen fester, flüssiger und gasförmiger Stoffe) und den Stoffaustausch mit und ohne chemische Reaktionen in die Lehre ein und bezog zunehmend auch die Prozesse der Wärmeübertragung und Biotechnologie mit ein. So schuf er ein umfassendes System der Transportprozesse einschließlich der chemischen und mikrobiellen Stoffumwandlungen. Schwerpunkte der Forschungen wurden die biologische Abwasserreinigung und die Luftreinhaltung.

Brauer führte schon in den 1960er Jahren computergestützte Übungen ein; in seinen Laborveranstaltungen "Innovationstechnik" wurden wissenschaftliche Grundlagenkenntnisse auf innovative Möglichkeiten untersucht. Auch nach der Emeritierung 1992 hält er noch Seminare an der TU ab, an der er mehrmals Dekan war und 73 Promotionen betreute. Brauers Verdienste um Verfahrenstechnik und Umweltschutz wurden mehrfach durch den Verein Deutscher Ingenieure, vom Bundesministerium für Forschung und Technologie und Privatstiftungen mit Preisen und Medaillen gewürdigt.

Seit den 1970er Jahren erwarben bei ihm bis zu 50% der Absolventen im "Europa-Studium" mit Anerkennung ausländischer Prüfungen ein Doppel-Diplom. Trotz politischer Schwierigkeiten für West-Berliner im Kontakt mit dem Ostblock engagierte sich Brauer schon in den 1970er Jahren in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Seit 1975 führte er mit Krakauer Kollegen Seminare über "Verfahrenstechnik und chemisches Apparatewesen" und "Umweltschutz in Ballungsgebieten" an der TU Berlin und der Politechnika Krakowska (TU Krakau) durch. Seit 1992 existiert ein gemeinsamer Studiengang "Umweltschutz", an dem Praktiker aus ganz Polen teilnehmen. Für all dies wurde er mit dem Ehrendoktor der Krakauer Universität 1988, dem Goldenen Ehrenzeichen 1995 und der Goldenen Ehrenmedaille 2003 der TU Krakau sowie dem polnischen Goldenen Orden für Umweltschutz 1998 ausgezeichnet. Seit 1985 pflegte Brauer auch intensive Kontakte und gemeinsame Seminare mit der Universität Miskolc/Ungarn, von der er 1991 ebenfalls einen Ehrendoktor erhielt.

Brauer schrieb mehrere Bücher, darunter fünf Lehrbücher, zahlreiche Buchbeiträge und über 200 Aufsätze in Fachzeitschriften, zudem gab er das Handbuch des Umweltschutzes und der Umwelttechnik Band V heraus. Seit 1971 hat er schwer zu beschreibende Vorgänge, etwa über Gasdispergierung und Feststoffbewegungen in mehrstufigen Wirbelschichten, in wissenschaftlichen Filmen für seine "Filmvorlesungen" veranschaulicht. Sein gesellschaftliches Engagement schlug sich in Mitgliedschaften von Vorständen und Beiräten nieder, er wirkte als Gastprofessor in mehreren Kontinenten und war nicht zuletzt Mitbegründer der Berliner Hochschulgesetze.

Lit.: Archiv der TU Berlin

[b. e .]


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Pressestelle | Impressum | 17.09.2004